The Dark Side of the Moon

Die EMI kommt nicht zur Ruhe. Erst wollte das renomierte Label das berühmte Abbey Road Studio verkaufen, jetzt wird es von Pink Floyd, die seit vier jahrzehnten mit der Plattenfirma zusammenarbeiten, vor Gericht gezerrt. Der Grund: Die Band will nicht, dass die EMI online einzelne Songs verkauft, sondern nur komplette Alben.

Am Montag trafen sich die beiden Kontrahenten zur ersten Anhörung vor der High Court. Für die EMI kommt die Verhandlung zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Sie ist der vorläufige Höhepunkt in einer Reihe von schlechten Nachrichten, mit dem die Plattenfirma zu kämpfen hat. Erst kürzlich ließ das renomierte Label mit der Nachricht aufhorchen, dass es das berühmte Abbey Road Studios verkaufen will, in dem die Beatles fast alle ihrer Alben aufnahmen. Mit dem Erlös sollte ein Teil einer im Juni fälligen Kredittranche von 137 Millionen Euro finanziert werden.

EMI wurde 2007 für rund 4,2 Milliarden Pfund vom Finanzinvestor Terra Firma übernommen. Rund 3,2 Milliarden Pfund wurden dem Label als Schulden aufgebürdert. Seitdem ist das Label klamm und versucht an allen Ecken und Enden zu sparen – auch bei den Künstlergagen. EMI musste daraufhin einen enormen Aderlass verkraften. Künstler wie Paul McCartney, Radiohead oder die Rolling Stones verließen EMI. Da kommt ein Rechtsstreit mit Pink Floyd zur Unzeit. Egal wie das Verfahren ausgeht, dem Verhältnis zwischen Band und Label wird es nicht gut tun. Dumm für EMI: Außer mit den Beatles macht die von der Pleite bedrohte Fimra mit keiner anderen Band mehr Umsatz.

Einfach nachgeben wird sie nicht. Zu lukrativ ist der Einzelverkauf von mp3s. Die Zahl der Downloads von kompletten Alben liegt meilenweit hinter dem Einzeldownload zurück und zu wenig Geld lässt sich damit verdienen. Und das braucht EMI dringender denn je. Schafft es die Plattenfirma nicht bis Juni die 137 Millionen Pfund aufzutreiben, wird die EMI in die Hände der Citi-Group fallen. Die Abbey Road Studios werden dem Label dabei nicht helfen. Sie sollen jetzt nach einer Welle des Protests jetzt doch nicht verkauft werden, teilte das Unternehmen vor zwei Wochen mit. Wie es sich vor dem Untergang retten will, verschwieg es jedoch.

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