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Bild: Gloria ParkDas diesjährige Folklore-Festival hat es wieder mal gezeigt: Wiesbadens Musikszene ist lebendig und abwechslungsreich, allen strukturellen Schwierigkeiten wie fehlenden Proberäumen und mangelnden Auftrittsmöglichkeiten, mit denen sich Musiker in der hessischen Landeshauptstadt herumschlagen müssen, zum Trotz. Insgesamt elf Bands aus Wiesbaden spielten Ende August bei Folklore.

Eine dieser Bands sind zum Beispiel Chinese Wristburn. Die Formation gibt es schon seit 2005, doch nach dem Ausstieg des damaligen Sänger und Bassisten Paul, verordneten sich die verbliebene Mitglieder Jürgen, Tom und Phillip, alle gestandene Mittdreißiger, frisches Blut. Sie fanden es in Bassist Flo und Sängerin Areeg, beide Mitte 20.

In dieser Besetzung spielt das Quintett erst seit Anfang des Jahres zusammen. Und dennoch fand es in dieser Formation erstaunlich schnell so viele Fans, die für sie bei der „Local Band Explosion“ abstimmten, bei der 15 Wiesbadener Bands um sechs Auftrittsplätze bei Folklore wetteiferten, und ihnen so einen Auftritt ermöglichten. Dort war dann auch die Räucherkammer gut gefüllt, als sie dem Publikum ihren melodischen Punkrock präsentierten, der vor allem durch den Gesang von Sängerin Areeg an die Distillers oder Hole erinnerte.

Weniger forsch, aber mit genauso viel Leidenschaft spielte auch Amri Pardo mit seiner Band den Auftritt bei Folklore. Sänger und Gitarrist Pardo ist in der Wiesbadener Szene kein Unbekannter. In der Vergangenheit spielte er schon bei Bands wie „Ground“, „Sling“ oder „I saw Elvis“. Aus dieser langjährigen Erfahrung schöpft Pardo die Inspiration für die Lieder seiner aktuellen Band, die es seit 2006 gibt. „Der Sound hat sich über Jahre mit unterschiedlichsten Experimente, Projekt Studioarbeit, Konzerten und dem Schreiben von Hunderten von Songs aus sich selbst heraus entwickelt.“ Das Resultat sei deutschsprachige Gitarrenmusik der etwas anderen Art.

Das kürzeste Bestehen aller Wiesbadener Bands, die bei Folklore auftraten, weisen Gloria Park auf. Offiziell gibt es sie seit Mai diesen Jahres. Trotzdem wurden sie auf Platz zwei der „Local Band Explosion“ gewählt. Allerdings wählte das Publikum mit der Band nicht die Katze im Sack, sondern alte Bekannte: Vielen dürfte die Band noch unter ihrem alten Namen Casino ein Begriff sein, doch durch die Hinzunahme eines zweiten Gitarristen entschied man sich endgültig für einen Namenswechsel, wie Bassist Dan verrät: „Die Umbenennung war Befreiung und Neubeginn zugleich. Befreiung von eigenen und fremden Erwartungen, die mit dem alten Namen verbunden waren und das Wir-Gefühl, zu Viert etwas Neues zu starten, bei dem alle von Anfang an dabei sind.“

Musikalisch bewegen sich Gloria Park, wie schon Casino, zwischen Powerpop, Punk und einer Brise Disco Beat. Einen Unterschied zu Casino gibt es dann aber doch: „Mit zweiter Gitarre rockt´s natürlich ein wenig mehr“, sagt Dan. Wovon sich eine gut gefüllte Räucherkammer am Folklore-Sonntag überzeugte.

Erschienen am 17.09.2009 im Wiesbadener Kurier

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